Dem Schmerz auf der Spur
Der Mainzer Forscher Walter Magerl hat ein Schmerz – Messgerät erfunden. Das neue
Messgerät soll Leiden von Schmerzerkrankten lindern. Mit Hilfe des PN Prick Algometers
kann auch die Wirkung von schmerzstillenden Medikamenten gemessen werden. Der Schmerz ist für die meisten Menschen ein Pein. Für den Forscher ist es eine sehr interessante Sinneserfahrung. Der Schmerzforscher ist dem Sinnesreiz so dicht auf der Spur wie vermutlich nur wenige andere Menschen. Er hat eine Apparatur zur Messung von Schmerzen erfunden. Das sogenannte Pin Prick Algometer besteht aus sieben Metallhülsen. Sie sollen dabei helfen, das Leiden in Zahlen auszudrücken, es nachvollziehbar zu machen und es zu lindern.„Dazu gibt es auf dem Weltmarkt keine Alternative“, sagt der Forscher, der am Institut für Physiologie und Pathophysiologie der Universitaet Mainz arbeitet. Die Funktionsweise der Edelstahl – Röhrchen ist einfach: Am Ende der dünnwandigen Hülse sitzt ein Kunststoffkolben, in dem ein kleines Stahlröhrchen mit Drahtspitze steckt. Für jedes Röhrchen ist ein bestimmtes
Gewicht definiert, das auf der Haut lastet, wenn die Drahtspitze aufgesetzt wird. „Das verursacht die gleiche Empfindung wie eine Nadel – ohne das wir ein Loch machen“, sagt Magerl. Die Belastung reicht von 0,8 Gramm, was gesunde Menschen nur als leichte Berührung empfinden,bis zu 50 Gramm, was sich wie ein schmerzhaftes Pieken anfühlt. Eingestzt werden die Röhrchen bei der Untersuchung von Menschen, die eine traumatische oder erkrankungsbedingte Nervenschädigung erlitten haben. Als Beispiel nennt Magerl Diabetes, Durchblutungsstörung am Nerv oder eine Gürtelrose. Die Schmerzempfindlichkeit dieser Betroffenen könne derart steigen, dass sie bereits ein Gewicht von 1,6 Gramm auf der Haut als 80 Prozent des möglichen
Schmerzes empfänden, schildert er. Diese Empfindlichkeit führe dazu, dass die Betroffenen sich so wenig wie bewegten, um ein schmerzhaftes Reiben der Kleidung an der Haut zu vermeiden. Dies schaffe dann neue Gesundheitsprobleme, sagt Magerl. Die Forscher vergleichen die Schmerz – Werte der Kranken mit den Werten einer Datenbank des Deutschen Forschungsnetzes Neuropathischer Schmerz (DFNS), in der sich Angaben zur Schmerzempfindlichkeit von etwa 250 gesunden Männern und Frauen befinden. Davon erhoffen sich die Wissenschaftler genaue Erkenntnisse zur Art und Wirksamkeit der jeweiligen Schmerzerkrankung und dazu, wie diese am besten behandelt
werden kann. Jetzt wird ein industrieller Partner zur Produktion für das 5000 Euro teure Set gesucht.
Quelle: Auszug Saarbrücker Zeitung 2007
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